Heute ist ein sonniger, gemütlicher Sonntag. Ich war früh schlafen, hab dennoch lange geschlafen – wer mich kennt, weiß dass das ein ziemlicher Luxus für mich ist ;)

Ich habe erschreckend viel Hausarbeit erledigt heute, hocke jetzt vorm Rechner und lasse mich – irgendwo zwischen Bejeweled zocken, Mails beantworten und Recherche für zweipunktnull-Artikel von Musik berieseln.

Habt Ihr Musik, die genau an solchen Tagen besser funktioniert als sonst? Ich mag viele Singer/Songwriter-Sachen aus den 60er und 70er Jahren, und das ist so eine Musik, die wie gemacht scheint für so nen lazy sunday :)

Lasse ich mich sonst gern von Depeche Mode, VNV Nation und Combichrist berieseln oder von Madrugada, IAMX oder Britpop,  heißen meine aktuellen Helden gerade Don McLean, Jim Croce und James Taylor.

Es ist sehr entspannende, angenehme Musik. So ziemlich das friedlichste, was man sich anhören kann. Oft denke ich dann an die Siebziger zurück, so wie ich sie als kleiner Junge wahrgenommen hab. Damals, als alles irgendwie noch richtig war. Mittags war man aus der Schule zurück, spielte mit seinen Freunden oder saß am Radio und hörte Musik. Als kleiner Bengel hatte ich noch nicht mal ein eigenes Radio und saß dann immer allein im Wohnzimmer vor dem Radio meiner Eltern (und nahm meine ersten Mix-Tapes auf, die ich damals aber sicher nicht so nannte *g*) Es roch dann irgendwann immer total lecker nach Essen, meine Mama deckte den Tisch und dann kam mein Dad von der Arbeit und alle aßen zusammen und sprachen über den Tag. Hmm, das war tatsächlich so – wir haben tatsächlich geredet und uns toll verstanden. 

Naja, solche Bilder sind es jedenfalls, die oft in meinem Kopf sind, während ich Songs wie Vincent, Close to you oder Time in a Bottle höre. Bilder, die soweit weg sind von heute, dass man denken könnte, dass sie nicht meinen Erinnerungen entspringen, sondern eher einem Film, einer Fantasie oder einer Geschichte, die man irgendwann erzählt bekommen hat. In dieser vergangenen Welt lebte John Lennon ebenso wie Michael Jackson und Patrick Swayze – und natürlich lebte meine Mama noch… Mein Papa war mein totaler Held, mein Berufswunsch Profi-Fußballer und ich war durchaus zufrieden mit den lediglich drei Fernsehprogrammen, die man empfangen konnte.

Versteht mich nicht falsch – das ist keine früher-war-alles-besser-Geschichte, denn ich komme auch in der Gegenwart eigentlich gut zurecht und erhoffe mir immer noch schöne Dinge für die Zukunft ;) Unter 6 Milliarden Menschen habe ich den perfekt zu mir passenden gefunden, habe einige ganz tolle und besondere Freunde, unter einer Armee idiotischer Arbeitskollegen tatsächlich einige Lichtblicke in Form von echt tollen Menschen ausmachen können und ich hab Leidenschaften und Träume, die mich ausfüllen und mich an eine schöne Zukunft glauben lassen. 

Dennoch sitze ich jetzt hier in meiner kleinen Zeitmaschine, lass den lieben Gott (an den ich damals noch glaubte) einen guten Mann sein und genieße diesen vielleicht letzten richtig warmen und sonnigen Sonntag des Jahres und schwelge in Erinnerungen.